Landeszahnärztekammer

Hildegard von Bingen

 

Hildegard von Bingen wurde vermutlich im Jahre 1098 als Tochter des Hildebert von Bermersheim geboren. Teile ihrer Kindheit verbrachte sie bei Jutta von Sponheim in der Klause an dem von Benediktinermönchen bewohnten Disibodenberg.
Nach dem Tode Juttas von Sponheim wurde sie 1136 zur Lehrmeisterin dieser Klause gewählt und gründete um 1150 das Kloster Rupertsberg bei Bingen.
Dort starb sie im Jahr 1179.

Sie gilt als eine der bedeutendsten Mystikerinnen des Hochmittelalters und hat wegweisende Schriften zu unterschiedlichen Disziplinen verfasst. Sie beschäftigte sich unter anderem mit Religion, Medizin, Biologie und Musik.
Mit ihre Schriften und Überlieferungen reiht sie sich ein in die wichtigsten Universalgelehrten ihrer Zeit. Es wird ihr zugesprochen durch eigene Denkansätze neue Impulse gesetzt zu haben.
Die moderne Erkenntnis, dass der Mensch Teil eines großen Systems ist, klingt heute selbstverständlich. Ähnliche Gedanken hatte bereits Hildegard von Bingen als mittelalterliche Nonne in ihrer Betrachtung des Kosmos im 12. Jahrhundert plastisch aufgezeigt. Sie macht deutlich: Alles steht durch Gott miteinander in Verbindung, ist aufeinander bezogen und wirkt aufeinander ein. Der Mensch steht als einziges vernunftbegabtes Wesen im Zentrum der Schöpfung. Er ist in ein Beziehungsgeflecht eingebunden. Es weist in drei Richtungen: nach oben zu Gott, nach rechts und links zu den Mitmenschen und nach unten zur Natur.
Für Hildegard ging es im Leben darum, dass der Mensch erkennt, wie sehr er in dieses Bezugs- und Beziehungsgeflecht eingebunden ist, und dass er Verantwortung für den Bestand der Welt trägt. Er soll all das in Ehren halten, was Gott zum Schutz des Menschen geschaffen hat.
Die Gedanken vieler, die heute ihre Verantwortung in der Welt wahrnehmen, decken sich so zum Teil mit den Gedanken Hildegards.

Einige ihrer wichtigsten Werke:

„Scivias“ - Wisse die Wege (ca. 1141 bis 1151)
"Liber Vitae Meritorum“ - das Buch der Lebensvergeltung (ca. 1158 bis 1161)
"Liber Divinorum Operum“ - das Buch der Gotteswerke (ca. 1163 bis 1174)
„Liber subtilitatum diversarum naturarum creaturarum“ - Buch über das innere Wesen
von Natur und Schöpfung
„Causae et Curae“ - Ursachen und Heilungen

Nicht nur in Deutschland und Europa befassen sich Diplomarbeiten, Forschungsgruppen und Gesellschaften mit den Schriften und dem Wirken der Volksheiligen. Besonders in den letzten Jahren zeugen viele Veröffentlichungen und Werke über Hildegard-von-Bingen vom weltumspannenden Interesse am Thema der Person und ihres Wirkens.